Kinderbetreuung darf kein Luxus sein: SPÖ Urfahr-Umgebung fordert rasches Handeln
Urfahr-Umgebung / Linz. Die SPÖ-Frauen Urfahr-Umgebung gemeinsam mit SPÖ-Gemeindevertreterinnen und -vertretern haben sich am 30. Jänner 2026 an der Kundgebung vor dem Linzer Landhaus beteiligt, um erneut auf die angespannte Situation in der Kinderbetreuung in Oberösterreich aufmerksam zu machen. Ziel der Protestaktion war es, auf bestehende Hürden für Familien hinzuweisen und einen raschen Ausbau leistbarer, flächendeckender und vollzeitkompatibler Kinderbetreuungsangebote einzufordern.
Nach wie vor stellen die Gebühren für die Nachmittagsbetreuung in Kindergärten für viele Familien eine erhebliche finanzielle Belastung dar. Gerade in Zeiten hoher Lebenshaltungskosten führen diese Kosten dazu, dass Kinder vom Nachmittagsbetrieb abgemeldet werden oder Betreuungsangebote gar nicht erst in Anspruch genommen werden. In einigen Gemeinden hatte dies bereits verkürzte Öffnungszeiten zur Folge – mit der paradoxen Situation, dass selbst Eltern, die bereit wären zu zahlen, keinen Nachmittagsplatz mehr vorfinden.
„Ich war bei der Kundgebung dabei, weil wir nicht länger hinnehmen dürfen, dass Familien und vor allem Frauen die Konsequenzen einer verfehlten Kinderbetreuungspolitik tragen“, betont Beverley Allen-Stingeder, Bezirksfrauenvorsitzende der SPÖ Urfahr-Umgebung. Nachmittagsgebühren und fehlende Betreuungsplätze schränkten die Wahlfreiheit massiv ein und drängten viele Frauen in Teilzeit oder aus dem Beruf. Kinderbetreuung sei keine Privatsache, sondern eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe und müsse kostenlos, ganztägig und flächendeckend verfügbar sein.
Besonders betroffen sind Frauen: Oberösterreich weist weiterhin eine der höchsten Teilzeitquoten Österreichs auf. Fehlende Betreuungsplätze, kurze Öffnungszeiten und ein unzureichendes Angebot für unter Dreijährige erschweren es vielen Müttern, einer Vollzeitbeschäftigung nachzugehen. Die Folgen sind geringeres Einkommen, eingeschränkte Karrierechancen und niedrigere Pensionen.
Wie notwendig der Protest weiterhin ist, zeigte auch ein Vorfall am Rande der Kundgebung. Darija Mayr-Stockinger, SPÖ-Vorsitzende in Sonnberg, berichtete von abwertenden Zurufen, wonach der Platz von Frauen „bei den Kindern“ sei. Solche Aussagen würden ein rückständiges Frauen- und Menschenbild widerspiegeln und machten deutlich, warum es weiterhin politischen Einsatz für Gleichstellung und echte Wahlfreiheit brauche.
Auch aus den Gemeinden kommt deutliche Kritik an der aktuellen Regelung. Herbert Enzenhofer, Vorsitzender der SPÖ Zwettl an der Rodl, fordert mehr Betreuungsplätze, ein Mittagessen für alle Kinder und ein Ende der Nachmittagsgebühren. Der organisatorische Aufwand sei oft höher als der Nutzen und schrecke Familien ab. Die Gebühren seien Ausdruck einer überholten, konservativen Familienpolitik, die niemandem helfe und den Alltag der Familien unnötig erschwere.
Die zentralen Forderungen der SPÖ-Frauen Urfahr-Umgebung und der SPÖ-Gemeindevertreter:innen sind daher:
- Abschaffung der Gebühren für die Nachmittagsbetreuung
- Deutlicher Ausbau der Kinderbetreuungsplätze, insbesondere für unter Dreijährige
- Vollzeitkompatible Öffnungszeiten inklusive Ferienbetreuung
- Rechtsanspruch auf ganztägige Kinderbetreuung
Die SPÖ-Politiker:innen betonen: „Gute Kinderbetreuung entlastet Familien, stärkt Frauen und ist eine Investition in die Zukunft unseres Landes.“
Bildtext: Kinderbetreuung ist kein Luxus: v.l.n.r.: Darija Mayr-Stockinger, Vorsitzende SPÖ Sonnberg, Herbert Bogner, Erika Beaudin-Gansl, PVOÖ Frauenreferentin, Beverley Allen-Stingeder, Bezirksfrauenvorsitzende SPÖ Urfahr-Umgebung, Renate Heitz, SPÖ Landesfrauenvorsitzende, Herbert Enzenhofer, Vorsitzender SPÖ Zwettl an der Rodl.
Fotoquelle: Privat/honorarfrei