Gewalt gegen Frauen muss thematisiert und bekämpft werden
Gewalt gegen Frauen ist eine erschreckende Realität: In Österreich ist jede dritte Frau von körperlicher und/oder sexueller Gewalt betroffen. Allein im Jahr 2024 wurden bereits 27 Femizide sowie 39 Mordversuche und schwere Gewalttaten an Frauen verzeichnet. Diese Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit, hinzusehen und aktiv zu handeln, anstatt Gewalt im Verborgenen zu belassen.
Im Jahr 2023 wurden in Österreich 15.191 Betretungs- und Annäherungsverbote ausgesprochen, davon 54 im Bezirk Urfahr-Umgebung. Hinter diesen Zahlen stehen Schicksale – Frauen, die in Beziehungen oder nach Beziehungsenden Gewalt erfahren, oft hinter verschlossenen Türen.
„Gewalt gegen Frauen ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein furchtbares Verbrechen, das mit allen Mitteln bekämpft und öffentlich thematisiert werden muss“, betont Ingeborg Hinterhölzl, Mitglied des SPÖ-Bezirksfrauenausschusses. Gemeinsam mit Darija Mayr-Stockinger nahm sie an der Brückenaktion des überparteilichen Bündnisses 8. März in Linz teil. „27 Femizide allein im Jahr 2024 zeigen, dass sich dringend etwas ändern muss. Mit Aktionen und Veranstaltungen setzen Frauen ein starkes Zeichen für Solidarität und gegen Gewalt“, so Darija Mayr-Stockinger, auch Mitglied des SPÖ-Bezirksfrauenausschusses.
Gewalt betrifft Frauen unabhängig von Alter, Herkunft, Religion oder sozialem Hintergrund. Die Verantwortung und Scham liegen bei den Tätern, nicht bei den Betroffenen. Die Gesellschaft muss Strukturen verändern, die Gewalt begünstigen, und ein Bewusstsein dafür schaffen, Gewalt zu erkennen und entschieden zu handeln.
Jede*r kann einen Beitrag leisten – sei es durch Unterstützung von Betroffenen, durch Aufklärung oder durch präventive Maßnahmen. Dabei ist es wichtig, möglichst früh anzusetzen. Die Vermittlung eines positiven Männer- und Bubenbildes soll dazu beitragen, starre Rollenbilder zu verändern und patriarchale Strukturen aufzubrechen.
Im Rahmen der internationalen Kampagne „16 Tage gegen Gewalt“ vom 25. November bis 10. Dezember starten die SPÖ-Frauen die Aktion „Die Scham muss die Seiten wechseln“. Der Slogan geht auf eine Aussage der Französin Gisèle Pelicot zurück, die im September 2024 vor einem Gericht in Avignon aussagte. Pelicot war zwischen 2011 und 2020 wiederholt von ihrem Mann mit Schlafmitteln betäubt und vergewaltigt worden. In mindestens 92 Fällen waren auch fremde Männer beteiligt, 50 von ihnen konnten identifiziert und angeklagt werden.
Die Kampagne „Die Scham muss die Seiten wechseln“ setzt den Fokus auf die Täter und ihre Verantwortung. Ziel ist es, die gesellschaftliche Wahrnehmung zu ändern und Solidarität mit Betroffenen zu stärken. Nur durch ein entschlossenes Handeln und eine breite gesellschaftliche Sensibilisierung kann Gewalt gegen Frauen wirksam bekämpft werden.
Bildtext: v.l.n.r.: Laura Wiednig, Landesgeschäftsführerin der SPÖ Frauen OÖ, Renate Heitz, Landesfrauenvorsitzende der SPÖ OÖ, Ingeborg Hinterhölzl und Darija Mayr-Stockinger, Mitglieder des SPÖ-Bezirksfrauenausschusses Urfahr-Umgebung
Foto: Privat/honorarfrei