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Gewaltschutz darf keine Lücken haben

10. September 2026

Gewaltschutz darf keine Lücken haben

Nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung sucht eine Frau medizinische Hilfe – und erhält zunächst an zwei Linzer Krankenhäusern nicht die benötigte Versorgung. Der öffentlich bekannt gewordene Fall hat eine Debatte über Lücken in der Versorgung von Betroffenen sexualisierter Gewalt ausgelöst. Am Mittwoch wurde deshalb in Linz demonstriert. Organisiert wurde die Kundgebung von Didem Wenger, der Initiatorin der Petition für eine Gewaltambulanz in Oberösterreich, gemeinsam mit dem überparteilichen Bündnis 8. März.

Unter den Teilnehmerinnen waren auch Beverley Allen-Stingeder, Bezirksfrauenvorsitzende der SPÖ Frauen Urfahr-Umgebung, und Christine Edhoffer, Frauenvorsitzende der SPÖ Gallneukirchen.

„Wer nach einer Vergewaltigung medizinische Hilfe sucht, befindet sich in einer absoluten Ausnahmesituation. Betroffene dürfen dann nicht von einer Stelle zur nächsten geschickt werden. Sie brauchen sofort professionelle, respektvolle und verlässliche Hilfe“, betont Allen-Stingeder.

Die Gewaltambulanz in Linz ist ein Kompetenzzentrum, sozusagen eine „One-Stop“-Stelle, wo Opfer nicht nur rasch medizinische und psychologische Hilfe erhalten. Es werden dort auch Spuren der Tat gesichert und alles für eine etwaige spätere Anzeige gerichtsfest dokumentiert. Außerdem bekommen Betroffene weiterführende Informationen und Hilfsangebote.

Es müssen aber auch alle Menschen, welche oft nach einer Gewalttat den ersten Kontakt mit einem Opfer haben, wie zum Beispiel Polizei, Ärzte, Rettungskräfte oder das Aufnahmepersonal von Krankenhäusern über diese Gewaltambulanz ausreichend Bescheid wissen.

„Wir brauchen klare Zuständigkeiten und funktionierende Abläufe, damit sich ein solcher Fall nicht wiederholt. Genau deshalb war es mir wichtig, bei dieser Kundgebung dabei zu sein“, sagt Edhoffer.

Auch im Bezirk Urfahr-Umgebung setzen sich Allen-Stingeder und die SPÖ Bezirksfrauen für konkrete Unterstützungsangebote für Frauen ein. Gemeinsam sind sie die Initiatorinnen der Frauenübergangswohnung im Bezirk. Frauen erhalten hier in schwierigen Lebenssituationen eine vorübergehende, geschützte Wohnmöglichkeit.

„Gewaltschutz braucht ein verlässliches Netz – von Prävention und Beratung über medizinische und psychosoziale Versorgung bis hin zu sicheren Wohnmöglichkeiten. Frauen müssen darauf vertrauen können, dass Hilfe da ist, wenn sie sie brauchen“, so Allen-Stingeder.

Für Allen-Stingeder und Edhoffer ist klar, dass aus dem aktuellen Fall Konsequenzen gezogen werden müssen: „Gewaltschutz darf keine Lücken haben. Betroffene müssen rasch, professionell und ohne Umwege jene Unterstützung erhalten, die sie brauchen.

Foto: v. l. n. r.: Christine Edhoffer, Beverley Allen-Stingeder und Didem Wenger bei der Kundgebung.

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